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Sächsisch für Anfänger

Als ich nach Sachsen kam, war es für mich nicht so ganz einfach, die sächsische Sprache zu verstehen. Das hat sich mittlerweile geändert. Für den Fall, dass Du einmal nach Sachsen kommen möchtest, hier ein kleiner Sprachkurs:

Textbeispiele (Bitte nachsprechen!)

Bratäbbel
 
Bratäbbel wolln behandelt sin, das is ne alte Sache. Mer leecht se nich bloß eenfach hin un saacht: "Nu brate, mache!" Äja, mer muß ooch immer mal de Brieder rächt hibsch wenden. Dann wärnse ärscht so scheen egal an ihrn zwee Abbelenden. So mancher, där is rächts verbrantt un links noch fäst un roh. Dann habbich ooch mal een gegannt, där flammte lichterloh.
 
Dieses Gedicht stammt natürlich nicht von mir, sondern von Lene Voigt (*1891 in Leipzig)
 
Erziehung zur Bescheidenheit
 
Der letzte sächsische König, Friedrich August von Sachsen, kehrte mit seinen halbwüchsigen Kindern in der Dresdner Heide ein. Sagte der Kellner: "Ihre Majestät wünschen?"
Majestät: "Gaffee, finf ma", und seine Lieben abzählend "...eens, zwee... vier Semmeln mit Buddr." Der zwölfjährige Kronprinz zieht einen Flunsch: "Oooor, geen Guchen?? Nur Semmln?" Majestät zum Kellner: "Nur drei Semmln!". Mit dem Finger auf den Kronprinz deutend: "Där krischd nischd!"
 

Vokabeln (bitte bis morgen auswendig lernen!)

Sächsisch Hochdeutsch
Bääbe (Sand)Kuchen
dichdch tüchtig
ferdsch fertig
Bämme Scheibe Brot
miggrisch sehr klein
schdebbsln verkorken
blähgn schreien
Bliemschn (Milch)Kaffee
Bammbs Mus, Brei
schnugglisch fein, hübsch