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![]() | Woraus werden Pfeifen hergestellt? |
Bruyere
Dieses Holz wird aus der im Mittelmeerraum beheimateten Baumheide Erica Arborea gewonnen, einem bevorzugt auf kargen, steinigen Böden wachsendem Strauch. Typische Herkunftsregionen sind Korsika, Sardinien, Algerien sowie weitere Gebiete in Griechenland und Italien. Für die Pfeifenherstellung wird aber nur eine knollige Verdickung verwendet, die sich zwischen Stamm und Wurzeln befindet, der Stamm selbst ist dafür unbrauchbar.
Ausreichend große Knollen brauchen mindestens 30 Jahre, um so länger, um so besser. Hundert oder mehr Jahre alte Stücke in der Größe eines Medizinballs sind auf Grund von übermäßigem Einschlag leider heutzutage seltener geworden. Versuche, diesen Strauch in Plantagen zu züchten, sind bisher auch erfolglos geblieben. Eine besondere Stellung nimmt noch die sogenannte "dead root" ein. Das ist die Knolle eines abgestorbenen Strauchs, die lange Zeit unentdeckt in der Erde gelegen hat. Nach Meinung mancher Pfeifenmacher ist dies die beste, aber auch seltenste Qualität. Ob es sich hier um eine Tatsache oder eine reine Legende handelt, bleibt offen.
Die geernteten Knollen werden so lange gelagert bis die Knolle abgestorben ist, bevor sie von speziell ausgebildeten Arbeitern, den Coupeuren, zersägt werden. Dabei besteht die hohe Kunst darin, Kanteln mit möglichst parallel verlaufender Maserung zu erhalten, was nicht einfach ist, da die Maserung ja radial aus dem Zentrum heraus verläuft. Die hochwertigsten Stücke erhält man dabei aus den äußeren Regionen der Knollen, dem sogenannten Plateaux-Holz. Das Kernholz kann zwar auch zu Pfeifen verarbeitet werden, jedoch zeigt es keine brauchbare Maserung und ist auch in anderen Eigenschaften unterlegen. (Auch wenn Alfred Dunhill seinerzeit dieses Holz als das Beste erachtet hat) Diese Holzteile werden bevorzugt zu Massenware verarbeitet. Nach dem Sägen
werden die Blöcke längere Zeit gewässert und mehrere Stunden in Kupferkesseln gekocht, um Harze und Säuren aus dem Holz zu entfernen. Wird hier nachlässig gearbeitet, schmeckt und riecht die fertige Pfeife oft dumpf oder modrig nach Erde. Danach wird das Holz langsam und zugfrei getrocknet und für mehrere Monate bis Jahre abgelagert, ehe es zu Pfeifen verarbeitet wird.
Was Bruyere-Holz für Pfeifen interessant macht, ist zuerst einmal seine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Feuer, was in dem hohen Gehalt an Kieselsäure begründet ist. Darüber hinaus ist es porös genug, um die beim Rauchen entstehenden Kondensate aufnehmen zu können. Dabei ist es wichtig, daß ein richtiges Verhältnis von Füll- zu Strukturholz besteht. Das harte Strukturholz ergibt die Festigkeit und bestimmt die Maserung. Das saugfähige, weiche Füllholz ist schwammig und leicht, daher kann man Pfeifen in der Tat nach Gewicht (oder besser nach Dichte) kaufen. Wenn zwei sonst gleiche Pfeifen unterschiedliche Massen besitzen, so ist oft die leichtere die bessere Wahl. Eine Erfolgsgarantie ist das Gewicht aber auch nicht, es kann ja schließlich auch ein Hohlraum sein :) Als optischen Anhaltspunkt kann man nach viel dunklen Maserungsanteilen Ausschau halten, in das Füllholz dringt nämlich besonders viel Beize ein.
Meerschaum
Dieses weiße, leichte und poröse Material wird in der Türkei in der Region um Eskisehir in Tiefen bis 300 m abgebaut. Es besteht aus fossilen Ablagerungen winziger Organismen, die sich vor Millionen Jahren auf dem Meeresboden abgelagert haben. Durch die besondere Struktur mit ihren unzähligen
winzigen Poren ist Meerschaum sehr aufnahmefähig und macht Filter überflüssig. Zur Verarbeitung wird das Material durch Wässern weich und bearbeitbar gemacht. Das Formen geschieht meist durch Schnitzen, seltener durch Drehen. Die fertigen Pfeifen werden zum Abschluß in flüssiges Bienenwachs getaucht. Früher waren dazu unter anderem auch Talg und Walrat üblich. Dieses Wachsbad ist für die typische Verfärbung der Pfeife beim Rauchen zuständig. Der Farbton von Meerschaumpfeifen verändert sich beim Rauchen mit der Zeit durch die aufgenommenen Kondensate und die Reaktion des aufgesogenen Wachses von weiß über gelb-braun zu einem tiefen, satten Rotbraun. Da der Meerschaum als mineralische Substanz (chemisch genau: Magnesiumsilikathydrat) nicht verbrennen kann, sind diese Pfeifen gegenüber der Verbrennungshitze beim Rauchen unempfindlich, können daher problemlos heiß oder im Freien bei Wind geraucht werden. Allerdings sollte man daran denken, daß heiß gerauchter Tabak auch aus einer Meerschaumpfeife eine Zumutung für die Zunge ist.
Beim Kauf einer Meerschaumpfeife sollte man unbedingt darauf achten, daß es sich um sogenannten Blockmeerschaum handelt. Diese teurere Qualität stellt sicher, daß die Pfeife aus einem zusammenhängenden Stück hergestellt wurde. Pfeifen aus gepreßten Meerschaumresten sind weniger aufnahmefähig und geben oftmals den Geschmack des Bindemittels an den Rauch ab. Außer in der Türkei gibt es noch Vorkommen von Meerschaum in Afrika, allerdings ist dieser von
geringerer Qualität und auch nicht schneeweiß, sondern in verschiedenen Brauntönen gefärbt.
Tonpfeifen
Dieses sind wahrscheinlich die ältesten Tabakspfeifen, vor der Erfindung der Meerschaum- und Bruyerepfeifen waren sie in Europa weit verbreitet. Heute sind sie etwas in Vergessenheit geraten, trotzdem kann man nur raten, diese interessante Form einmal zu probieren. Bei der Handhabung sollte man allerdings Vorsicht walten lassen, erstens sind sie sehr zerbrechlich, zweitens ist der Kopf während des Rauchens schrecklich heiß, also besser am langen Holm anfassen, sonst ... naja, diesen Fehler macht man in der Regel nur einmal :) Allerdings gibt es auch eine spezielle Sorte aus Ton gefertigter Pfeifen, deren Kopf doppelwandig ist, hier gibt es keine heißen Finger ... kaputt gehen sie trotzdem. Damit die Tonpfeifen beim Rauchen nicht an den Lippen kleben bleiben, sollte man die Mundstücke entweder kurz in Wasser tauchen oder mit Speiseöl einreiben. Teurere Tonpfeifen haben deswegen oft schon eine Wachsbeschichtung am Mundstück.
Diese Information stammt nicht von mir, sondern von Marcus Jacob: http//www.daft.de
![]() | Was´n das nu schon wieder: Sandstrahlen und/oder Rustizieren?? |
Mit diesen beiden Techniken, die leider oft verwechselt werden, geben Pfeifenmacher Modellen mit Fehlern, wie Einschlüssen oder Farbabweichungen, eine rauh strukturierte Oberfläche.
Das Sandstrahlen bedarf einer speziellen und teuren Ausrüstung, die nicht jeder Pfeifenmacher besitzt. Dabei wird mit dem Druckluftstrahl mit Quarzsand und Korund das weichere, schwammige Füllholz des Bruyeres regelrecht weggefräst, es bleibt dann nur das harte Strukturholz stehen, was die Pfeifen auch sehr robust macht. Man erkennt echte sandgestrahlte Oberflächen an der deutlich herausgearbeiteten Maserung. Für diese Technik kann man also nur gute Holzqualitäten mit schöner Maserung verwenden.
Beim Rustizieren wird mit speziellen Werkzeugen die Oberfläche quasi beschnitzt. Diese Technik wird zum einen verwendet, wenn eine Sandstrahlanlage zu teuer ist. Zum anderen muß man sie bei geringeren Holzqualitäten verwenden, wo das Sandstrahlen keine ansprechende Maserung herausarbeiten kann. In diesem Fall sind rustizierte Pfeifen von geringerem Wert als die Sandgestrahlten.
Beide Behandlungen haben jedoch einen Vorteil gemeinsam. Die rauhe Oberfläche ist größer als die einer glatten Pfeife, daher wird die Pfeife etwas besser gekühlt. Der geringere Preis von sandgestrahlten oder rustizierten Pfeifen erklärt sich im Übrigen rein aus der höheren Nachfrage nach perfekten, glatten Oberflächen, während der wahre Arbeitsaufand bedeutend höher liegt.
Diese Information stammt nicht von mir, sondern von Marcus Jacob: www.daft.de
![]() | Woraus werden die Mundstücke hergestellt? |
Ebonit
Wird auch als Hartgummi, Parakautschuk oder Vulcanit bezeichnet und ist das verbreitetste Mundstückmaterial. Sein besonderer Vorteil ist der recht weiche, zahnfreundliche Biß. Andererseits oxidieren manche Sorten mit der Zeit und verfärben sich gelblich-weiß bis grün. Das kann man verhindern, indem man die Pfeifen möglichst wenig der vollen Sonneneinstrahlung aussetzt und in dem man ab und zu mit einer Polierpaste nachhilft. Bei manchen billigen Sorten tritt zudem oft ein deutlicher Gummi-Geschmack auf. Polieren hilft hier auch ein wenig, meist aber nicht vollständig.
Cumberland
Cumberland ist eine meist rötlich marmorierte Hartgummisorte, die für hochwertige Pfeifenmundstücke Verwendung findet. Der gleiche Begriff wird aber auch oft für marmorierte Acrylmundstücke verwendet.
Acryl
Dieses Material, das sich in den letzten Jahren immer mehr durchsetzt, ist ein reiner Kunststoff, der zwar im Biß härter ist als Ebonit, dafür aber immer schön glänzend bleibt und nicht oxidiert. Die meisten Acrylmundstücke sind klassisch schwarz, können aber in beliebigen Farbtönen oder auch
glasklar hergestellt werden. Mancher Pfeifenmacher verwendet gern diese marmorierten Mundstücke, um besondere Akzente zu setzen.
Bernstein
Bernstein wurde früher gern für Mundstücke verwendet, insbesondere alte Meerschaumpfeifen sind oft damit ausgestattet. Dabei gibt es entweder massive Bernsteinmundstücke oder solche aus gepreßten Bernsteinresten. Heute sind echte Bernsteinmundstücke auf Grund ihres hohen Preises fast nicht mehr zu finden.
Horn und Knochen
Auch diese Materialien wurden früher gern benutzt, beißen sich aber recht schnell durch und werden heute lediglich für Zierelemente, aber nicht für Mundstücke benutzt.
![]() | Wollen wir die Friedenspfeife rauchen? |
Auch wenn wir beide uns (noch...) nicht gestritten haben, kann es sicher nicht schaden, vorsorglich eine gemütliche Friedenspfeife zu rauchen.
Die Friedenspfeife war bei den Indianern ein zeremonielles Symbol und wurde hauptsächlich bei Friedensabschlüssen und zur Bekundung der Freundschaft geraucht. Daher ist der Name Friedenspfeife, den der weiße Mann geprägt hatte, auch am geläufigsten. Die Indianer bezeichneten sie aber als "heilige Pfeife" oder "Calumet". Geschäfts- und Vertragsabschlüsse, Verhandlungen und feierliche Anlässe waren ebenfalls Gründe, sie zu benutzten.
Ursprünglich war das Calumet nur ein reich verzierter Holzstab, der bei diesen Anlässen verwendet wurde. Erst Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhundert wurden aus den Holzstäben
Friedenspfeifen. Der Pfeifenkopf bestand aus einem roten Tonschiefer, der in Pipestone im Südwesten des heutigen Minnesota abgebaut wurde. Der Forscher und Indianermaler George Catlin suchte im Jahre 1836 diese für die Indianer heilige Stätte auf, und gab hierüber eine ausführliche Beschreibung ab. Das Gestein wurde nach ihm "Catlinit" benannt. Es war ein leicht zu bearbeitenden Material, das erst einige Zeit, nachdem es gebrochen wurde, aushärtete. Der "heilige Pfeifensteinbruch" wurde von vielen Indianerstämmen jahrhundertelang besucht. Aus Ehrfurcht vor dem großen Geist, der den Steinbruch bewachte, begruben die Indianer ihre Kriegskeulen in den Boden, sobald sie sich dem Ort näherten.
Das Pfeifenrohr wurde aus Weide oder Esche gefertigt, und war häufig mit roten oder weißen Federn, sowie Skalps oder Perlen verziert. Zum Rauchen wurde wildwachsender Tabak verwendet, der aber mit Sumachblättern, Bärentrauben und Rindenstücke vermischt wurde, da er pur zu bitter schmeckte. Das ganze Gemisch nannten die Indianer Kinnikinnik. Häufig gab es auch Pfeifen, die mit einem Tomahawk kombiniert waren, wobei der Pfeifenkopf gegenüber der Schneide angebracht war. Zum Rauchen der Pfeife bei einem bestimmten Anlass gehörte ein kompliziertes Zeremoniell, das im allgemeinen Calumet-Zeremonie genannt, und bei fast allen Indianern Nordamerikas durchgeführt wurden. Jeder der in einem Kreis sitzenden Teilnehmer hob die Pfeife zuerst in die Höhe und senkte sie anschließend zu Boden. Dann setzte er sie an den Mund und blies den Rauch in alle vier Himmelsrichtungen. Schließlich überreichte er die Pfeife seinem Nachbarn, wobei dieser die einzelnen Schritte wiederholte. Das ging so weiter, bis sich der Kreis schloss.

